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Copilot · Update

Das neue Copilot: Home, Code und Autopilot

Microsoft baut Copilot grundlegend um. Drei neue Bereiche, Office direkt in Copilot, mehr Unternehmensdaten und ein neues Kostenmodell für Agenten. Hier ist alles Wichtige auf Deutsch – mit Screenshots, Zeitplan und meiner Einordnung für den Mittelstand.

JJ Von Jörg Janßen 7 Min. Lesezeit
Das neue Microsoft Copilot mit den Bereichen Home, Code und Autopilot – eingeordnet von Jörg Janßen.

Am 25. September 2026 hat Microsoft das bisher größte Update-Paket für Copilot angekündigt. Es ist kein Feature-Release, sondern ein Umbau: Copilot bekommt drei klar getrennte Arbeitsbereiche, Word, Excel und PowerPoint wandern direkt hinein, und für Agenten-Arbeit gilt künftig ein zweites Abrechnungsmodell.

Ich habe die Ankündigung durchgearbeitet und auf Deutsch zusammengefasst – inklusive aller Termine und der Frage, was das für kleine und mittlere Unternehmen heißt.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Home ist der neue Startpunkt. Chat und Cowork laufen dort zusammen. Word, Excel und PowerPoint sind direkt eingebaut.
  • Code lässt jede:n eigene kleine Tools bauen – Dashboards, Tracker, Apps. Per Sprache, ohne Entwicklerteam.
  • Autopilot (früher „Scout“) ist ein Agent, der eigenständig weiterarbeitet – auch wenn du offline bist.
  • Mehr Kontext: Copilot greift auf Power-BI-Daten, Dynamics 365 und Power Platform zu. Neu ist eine zentrale Plugin-Registry.
  • Neues Kostenmodell: Alltags-KI per Lizenz, Agenten-Arbeit nutzungsbasiert – mit neuen Werkzeugen zur Kostenkontrolle.

1. Drei neue Bereiche: fragen, delegieren, bauen

Copilot bekommt drei klar getrennte Arbeitsbereiche. Bald soll Copilot sogar selbst entscheiden, ob eine Aufgabe in Chat, Cowork oder Code gehört – du beschreibst dann nur noch, was du erreichen willst.

Die neue Copilot-Navigation mit den Reitern Home, Code und Autopilot.
Die neue Navigation: Home, Code und Autopilot. Bild: Microsoft

Home – ein Startpunkt für alles

Home bündelt Chat und Cowork. Hier siehst du letzte Aktivitäten, bekommst Vorschläge und machst genau da weiter, wo du aufgehört hast.

  • Chat für schnelle Fragen, Recherchen und Entwürfe.
  • Cowork für Aufgaben, die du abgibst: eine Ausschreibungsantwort, ein Kundenbriefing, ein Launch-Paket. Copilot liefert das fertige Ergebnis.
  • Office in Copilot: Word, Excel und PowerPoint direkt eingebaut. Copilot erstellt echte, bearbeitbare Dateien – live für das ganze Team. Kein kaputtes Format, kein Versionschaos.
  • In den Office-Apps: PowerPoint hält Folien automatisch im Corporate Design. Excel zeigt, was sich wie und warum geändert hat. Neue „Skills“ bringen Fachwissen ein, etwa Finanz-Skills in Excel oder Rechts-Skills in Word.

Start: Rollout im Frontier-Programm in den kommenden Wochen.

Die neue Home-Ansicht in Copilot mit Chat und Cowork in einem Eingabefeld.
Home: Chat und Cowork an einem Ort. Bild: Microsoft

Code – eigene Tools bauen, ohne Entwickler

Bisher war die Datei die Einheit der Wissensarbeit: Dokument, Tabelle, Präsentation. Code ergänzt eine vierte Einheit – kleine, maßgeschneiderte Lösungen. Microsoft formuliert das so: Solche Lösungen zu bauen, wird so normal wie ein Memo zu schreiben.

  • Beschreibe eine App, ein Dashboard, einen Tracker oder eine Automatisierung in normaler Sprache. Copilot wählt den Ansatz und baut es.
  • Von Desktop-Widgets über interaktive Dashboards bis zu internen Cloud-Apps fürs Team.
  • Technisch dieselbe Basis wie GitHub Copilot. Läuft in einer abgeschotteten Umgebung, auf Wunsch im eigenen Tenant.
  • Copilot Managed Runtime: neue Hosting-Basis, damit selbstgebaute Apps sicher in der eigenen Microsoft-365-Umgebung laufen – von der IT gesteuert.

Start: Frontier ab Ende September, breite Verfügbarkeit in den folgenden Wochen. Preview für Microsoft 365 Premium und Pro später in 2026.

Die Code-Ansicht in Copilot: aus einer Beschreibung in normaler Sprache entsteht ein Pipeline-Dashboard.
Code: „Mach ein Dashboard unserer Pipeline nach Region und Phase.“ Bild: Microsoft

Autopilot – ein digitaler Teamkollege

Autopilot hieß bisher „Scout“. Du gibst ihm einen Namen, eine Rolle und ein Ziel. Dann legt er los – ohne auf deinen nächsten Prompt zu warten.

  • Beobachtet Kanäle, fasst bei Threads nach, erledigt wiederkehrende Aufgaben und nimmt Projekte Tage später wieder auf.
  • Beispiel: einen kompletten Lieferanten-Review aufsetzen – Zeitplan, Vorbereitung, Meetings, Follow-ups und Nachfragen bei Beteiligten.
  • Läuft in der Cloud. Arbeitet also weiter, während du schläfst.
  • Hat eine eigene Identität, eigenes Gedächtnis und einen eigenen Arbeitsbereich im Tenant. Per @-Erwähnung in Teams, Outlook und Dokumenten ansprechbar – mit Berechtigungen, Audit und Governance.

Start: Private Preview ab Ende September.

Die Autopilot-Übersicht in Copilot mit laufenden Routinen und Aufgaben.
Autopilot: Übersicht über Routinen und laufende Aufgaben. Bild: Microsoft

2. Copilot kennt dein Business besser

Grundlage ist Microsoft IQ – die Plattform, die Daten und Abläufe aus dem Microsoft-Stack für Copilot und Agenten zusammenführt. Drei Bausteine sind dabei neu:

Fabric IQ

Bringt Kontext aus deinen Daten in Copilot – inklusive über 20 Millionen semantischer Modelle aus Power BI. Ab sofort allgemein verfügbar in Chat und Cowork.

Dynamics 365 & Power Platform

Copilot nutzt Daten und Workflows direkt. Beispiel: Deal-Historie und Support-Tickets fließen ins Angebot – ohne App-Wechsel. Public Preview im Laufe des nächsten Monats.

Plugin-Registry

Ein Katalog für Microsoft-, Partner- und eigene Plugins. Die IT gibt zentral frei. Rollout startet jetzt, allgemein verfügbar in den kommenden Wochen.

3. Das neue Kostenmodell: zwei Wege statt einem

Das ist der Punkt, den viele überlesen werden – und der später die Rechnung schreibt. Microsoft trennt Alltags-KI und Agenten-Arbeit auch bei der Abrechnung.

Lizenz pro Nutzer (USL)Nutzungsbasiert (UBB)
Wofür?Alltags-KI: schnelle Antworten, Entwürfe, Zusammenfassungen, AnalysenAgenten-Arbeit mit langen Laufzeiten und den stärksten Modellen
BetroffenCopilot Chat sowie Copilot in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und TeamsCowork, Code, Autopilot und Frontier-Modelle wie Astra und Fable
KostenFix pro NutzerNach Verbrauch – volle Kontrolle über die Modellwahl
Besonderheit„Auto“ wählt pro Anfrage das passende Modell nach Qualität, Tempo und KostenBudget-Regeln und Freigaben über Agent 365

Dazu kommen drei neue Sichten auf die Kosten: Admins steuern Ausgabe-Richtlinien per API, leiten Credit-Anfragen in bestehende Freigabeprozesse und legen Modellfamilien pro Nutzergruppe fest. Führungskräfte sehen, welche Cowork-Aufgaben die besten Ergebnisse bringen. Nutzer:innen sehen Verbrauch, Restguthaben und Verlauf direkt in Copilot.

4. Wann kommt was?

Alle Termine laut Microsoft-Ankündigung. Termine können sich ändern – maßgeblich ist immer die Microsoft-Quelle.

ZeitpunktWasStatus
25. September 2026Das neue Copilot startet im Frontier-ProgrammFrontier
Fabric IQ in Chat und CoworkAllgemein verfügbar
Copilot Managed RuntimePreview
Neue Plugin-RegistryRollout startet
Ende September 2026Code startet im Frontier-ProgrammFrontier
Autopilot (früher Scout)Private Preview
@Copilot in Teams mit geteiltem Team-KontextPrivate Preview
Oktober 2026Home (Chat + Cowork, Office in Copilot)Frontier
CodeBreit verfügbar
Plugin-Registry über alle OberflächenAllgemein verfügbar
Copilot mit Daten aus Dynamics 365 und Power PlatformPublic Preview
„Today“ – die persönliche KommandozentralePrivate Preview
Kostenmanagement in Agent 365 auch für Copilot-Studio-AgentenGeplant
17.–20. November 2026Microsoft Ignite, San Francisco und onlineEvent
Später in 2026Code für Microsoft 365 Premium und ProPreview

Angekündigt, aber ohne Datum: die automatische Weiterleitung, bei der Copilot selbst zwischen Chat, Cowork und Code entscheidet. Fabric IQ auch in Code. Und „Today“ zusätzlich in Outlook und Teams.

5. Was heißt das für den Mittelstand?

Copilot wird zur Arbeitsplattform

Weg vom Chatfenster, hin zu Delegieren, Bauen und Automatisieren. Wer Copilot bisher nur als „besseres Google“ nutzt, verpasst den Großteil – und zwar ab jetzt einen deutlich größeren Teil als vorher.

Kosten werden zur Führungsaufgabe

Cowork, Code und Autopilot laufen nutzungsbasiert. Ohne Budget-Regeln und klare Use Cases wird das teuer. FinOps ist damit kein reines IT-Thema mehr, sondern gehört auf den Tisch der Geschäftsführung.

Governance vor Tempo

Selbstgebaute Apps und autonome Agenten brauchen Regeln: Wer darf was bauen? Wer gibt Plugins frei? Wer kontrolliert die Agenten? Das jetzt zu klären ist deutlich billiger, als es später aufzuräumen.

Frontier heißt: früh, nicht fertig

Vieles startet im Frontier-Programm oder als Preview. Zum Testen ist das großartig. Für einen produktiven Rollout lohnt sich ein genauer Blick auf den Status – und Geduld.

Nächster Schritt: Identifiziert jetzt zwei bis drei Aufgaben, die ihr an Cowork abgeben würdet – und legt dafür ein Budget fest, bevor die Funktionen breit verfügbar sind.

Selbst anschauen

Microsoft hat zwei Videos zur Ankündigung veröffentlicht (beide auf Englisch):

Quelle

Jared Spataro, „Introducing the new Copilot with Home, Code and Autopilot“, Official Microsoft Blog, 25. September 2026 – zum Originalbeitrag. Screenshots: Microsoft. Deutsche Zusammenfassung und Einordnung: Jörg Janßen. Termine können sich ändern – maßgeblich ist die Microsoft-Ankündigung.

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