Jeden Monat veröffentlicht Microsoft die Roadmap für Microsoft 365. Das meiste davon ist für Administratoren geschrieben und geht an den Menschen vorbei, die täglich damit arbeiten. Ich habe die Oktober-Roadmap durchgesehen und herausgezogen, was du in deinem Arbeitsalltag merken wirst.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Outlook sucht über mehrere Postfächer, entwirft Mails direkt im Fenster und prüft die Rechtschreibung vor dem Senden.
- Copilot darf in angebundenen Systemen nicht mehr nur lesen, sondern auch anlegen, ändern und löschen.
- Teams erlaubt zwei gleichzeitige Bildschirmfreigaben in einem Meeting.
- OneDrive bekommt eine Galerie mit fertigen Prompts gegen das leere Eingabefeld.
- Achtung: Planner-Pläne aus Teams-Meetings laufen nach 180 Tagen Inaktivität ab.
1. Outlook: Copilot schreibt mit, bevor du auf Senden drückst
Outlook bekommt mehrere Neuerungen, die du sofort bemerkst. Copilot hilft direkt im Mailfenster beim Entwurf, die Suche greift über mehrere Postfächer, und vor dem Versand läuft eine automatische Rechtschreibprüfung.
- Multi-Account-Suche über mehrere Postfächer gleichzeitig
- Copilot-Entwürfe direkt im Mailfenster (inline)
- Automatische Rechtschreibprüfung, bevor die Mail rausgeht
- Termine lassen sich in Outlook mobil duplizieren
- Mehr Anpassung der Menüleiste in Outlook im Web
Mails sind bei den meisten der größte Zeitfresser. Jede Funktion, die Suchen, Tippen oder Korrigieren verkürzt, spart dir jeden Tag Minuten: Du findest Informationen schneller, auch wenn du mehrere Postfächer pflegst. Du startest Antworten nicht mehr bei null. Und es gehen weniger Mails mit Tippfehlern raus.
Teste den Copilot-Entwurf mit einer echten Antwortmail. Gib ihm drei Stichpunkte und lass ihn formulieren. Danach liest du kritisch drüber und passt den Ton an.
2. Copilot: vom Antwortgeber zum Macher
Das ist die eigentliche Nachricht dieser Roadmap. Bisher hat Copilot in verbundenen Systemen vor allem Informationen gesucht. Jetzt kann er dort auch Einträge anlegen, ändern und löschen. Das läuft über sogenannte Connectors zu Drittsystemen – und es gelten dabei deine eigenen Berechtigungen.
- Copilot erstellt, aktualisiert und löscht Inhalte in angebundenen Systemen
- Es gelten die Berechtigungen der jeweiligen Person
- Vor jeder Änderung musst du ausdrücklich bestätigen
Copilot rückt von der Auskunft in die Ausführung. Das spart den Wechsel zwischen Tools, Aufgaben lassen sich direkt aus dem Chat erledigen. Es erhöht aber auch das Risiko, dass etwas Falsches passiert.
Die Bestätigung ist deine Sicherung, nicht nur ein Klick.
Lies die Bestätigung jedes Mal, bevor du sie freigibst – gerade beim Löschen. Und formuliere deine Aufträge so präzise, dass Copilot nicht raten muss.
3. Teams: zwei Bildschirme gleichzeitig
In Teams-Meetings können künftig zwei Personen gleichzeitig ihren Bildschirm oder ein Fenster teilen. Dazu kommen kleinere Verbesserungen für Planung, Sicherheit und Barrierefreiheit.
- Zwei Präsentierende teilen parallel Bildschirm oder Fenster
- Kanal-Meetings planst du direkt aus Outlook
- Externe QR-Code-Bilder werden standardmäßig verdeckt
- Festes Gebärdensprach-Videofenster und Alternativtexte für geteilte Bilder
Vergleiche sind in Meetings oft zäh. Mit zwei Bildschirmen nebeneinander sieht jeder sofort den Unterschied: alter gegen neuen Entwurf, ohne ständig zu wechseln. Zahlen und Quelle zeitgleich sichtbar.
Nutze die Funktion für Abstimmungen, Reviews und Angebotsvergleiche. Das spart Rückfragen und verkürzt Meetings.
4. OneDrive: eine Prompt-Galerie für Copilot
OneDrive bekommt eine Galerie mit fertigen Prompts. Du suchst dir einen passenden aus und passt ihn an. Vier Kategorien sind vorgesehen:
- Prompts für Inhalte erstellen
- Prompts für Dokumentanalyse
- Prompts für Zusammenarbeit
- Prompts zum Finden von Informationen
Das leere Eingabefeld bremst viele Teams beim Start. Fertige Vorlagen senken die Hürde: Einsteigerinnen und Einsteiger kommen schneller zu brauchbaren Ergebnissen, ganze Teams arbeiten mit ähnlichen Prompts, und nebenbei lernst du, wie ein guter Prompt aufgebaut ist.
Nimm die Galerie als Startpunkt, nicht als Endpunkt. Passe jeden Prompt an deine Aufgabe an und ergänze Kontext, Ziel und Format.
5. Zwei Änderungen, die dich überraschen können
Nicht alles in der Roadmap ist neu. Zwei Dinge fallen weg oder wandern an eine andere Stelle.
- Planner-Pläne aus Teams-Meetings laufen nach 180 Tagen Inaktivität ab
- Die KI-gestützte FAQ-Erstellung in SharePoint läuft künftig über Copilot
- Bestehende FAQ-Inhalte bleiben unverändert
Wichtig: Wer Aufgaben aus Meetings lange in Planner liegen lässt, riskiert, dass sie verschwinden. Das betrifft genau die Pläne, die automatisch aus einem Teams-Meeting entstehen – also oft die, an die niemand mehr denkt.
Prüf jetzt, welche Planner-Pläne du noch brauchst, und verschieb wichtige Aufgaben in einen festen Plan. Wenn du SharePoint-FAQs pflegst, schau dir den neuen Weg über Copilot an.
Mein Fazit
Copilot wird vom Antwortgeber zum Mitarbeiter. Er schreibt, sucht, ändert und löscht. Dann zählt nicht mehr, ob du ihn bedienen kannst, sondern wie gut du ihn anleitest.
Genau hier gewinnen oder verlieren Teams Zeit.
Wer präzise Aufträge formuliert und jede Bestätigung liest, spart ab sofort mehr als vorher. Wer weiter raten lässt, produziert ab sofort auch mehr Schaden als vorher. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen wird mit dieser Roadmap größer, nicht kleiner.
Copilot Akademie